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Causa Eppmann: ...wurde der Bock zum Gärtner?

Von Lukas Bakker - Ein Kommentar zu Ereignissen um KH GF Eppmann, Rat & Verwaltung

Emden/Landkreis Aurich. Das Verhalten von Verwaltung und Rat der Stadt Emden zur Kostenexplosion  Zentralklinik wie zur Causa  „Nebentätigkeiten Eppmann“ nimmt immer groteskere Formen an. Die Menschen hier in Emden und Umzu sehen das offenbar so. Die Berichte dazu im Ostfriesen-Journal und auch in den sozialen Medien trieben die Zugriffszähler nach oben, die merkwürdigen Ereignisse wecken doch Interesse. Und: Es gab daraus spannende Leak-Kontakte. 

 

Wusste OB Tim Kruithoff von der Schweige-Allianz?

 

Ein Ergebnis der "internen Plaudereien mit Menschen aus gewöhnlich gut informierten Kreisen“ deutet darauf hin, das OB Tim Kruithoff offenbar von der undemokratischen Schweige-Allianz im Vorfeld wusste. Wenn das so sein sollte, hätte Kruithoff dies vor der Ratssitzung klären und verhindern müssen - zusammen mit dem Ratsvorsitzenden Verlee. Und wenn er Bescheid wusste, dann muss man festhalten, dass der neue OB damit seine (un-)politische Unschuld verloren,  sein charmantes Schwiegermutters-Liebling-Image verspielt  wie auch den #VerEmderungs-Gedanken ad absurdum geführt und seine Wähler getäuscht hätte. 

 

Ein trauriger Gedanke, weil viele Menschen ihn ob der #VerEmderungs-Ideen und seiner Transparenz-Versprechungen gewählt hatten, auch ich selbst. Er kommt allerdings auch nicht ganz überraschend. Nach seinen unangemessenen Attacken auf die zu Recht wütenden Hundebesitzer und seiner massiven Kritik an der GfE in Sachen Zentralklinik in den letzten Wochen deutete sich schon an, dass doch wohl nicht alles Gold ist, was glänzt. Transparenz und #VerEmderung war da zumindest nicht zu spüren.

 

Werden die Vorwürfe gegen GF Eppmann professionell untersucht und gemanaged?

 

In der Causa "Nebentätigkeiten des Herrn Eppmann" zeigen OB Tim Kruithoff und Landrat Olaf Meinen nach meinem Eindruck eine gewisse Ungeschicktheit. Anstatt den Herrn umgehend zum persönlichen Rapport zu bitten und für den nächsten Tag einen Bericht einzufordern, gibt man ihm eine gute Woche Zeit, sich schriftlich zu erklären. Im Grunde hätte auch mit Bekanntwerden der Vorwürfe sofort ein unabhängiger Revisor zur Untersuchung der Angelegenheit vor Ort eingesetzt werden müssen. Das hätten allen Beteiligten die Sicherheit verschafft, die Situation korrekt zu handeln, korrekt zu klären und damit korrekte Aussagen und Ergebnisse zu erhalten. 

 

Der Bock wird zum Gärtner?

 

So machte man allerdings den Bock zum Gärtner. Kein Revisor prüft, sondern OB und Landrat verschaffen dem Kliniken-Gechäftsführer Claus Eppmann alle Zeit der Welt, im Zweifel seine von der GfE aufgedeckten "Tätigkeiten" zu begradigen. Ein erster Schritt war offensichtlich, auf der Webseite von Mylius Consulting Änderungen zu veranlassen, ihn von der Beiratsliste zu streichen. Wenn doch alles ehrenamtlich war, warum die plötzliche Eile? Dass er dort als Beiratsmitglied gelistet war, lässt sich doch nicht abstreiten. CDU-Fraktionschef Bongartz bringt die vermeintliche Wahrheit in Form einer Ehrenerklärung schon einmal vorab ans Licht: Herr Eppman sei dort irgendwie irrtümlich geführt worden, quasi ohne seine Zustimmung, aber Mylius Consulting hätte ob der guten Vernetzung des Herrn Eppmann mit dessen Namen glänzen wollen. Das ist in der Tat eine erstaunliche Erkenntnis. Die geschäftliche Verbindung des Herrn Eppmann mit Mylius mit der Beauftragung ärztliches Personal zu suchen bei gleichzeitiger Listung von Eppmann im Team und im Beirat von Mylius hat die GfE doch schon nachgewiesen. Das hat so oder so "Geschmäckle". Aber das ist dann wohl auch alles nur eine Art Irrtum?

 

Auf ihrer Webseite hat Mylius zum Thema in einen Satz gleich zwei Fehler eingebaut: "Ein unentgeldlich tätige Beirat aus unabhängigen und erfahrenen Persönlichkeiten unterstützt uns...". Richtig wäre: "Ein unentgeltlich tätiger Beirat aus unabhängigen und erfahrenen Persönlichkeiten unterstützt uns..." Nicht, dass wir nicht alle Fehler machten, aber diese hier sind so typisch für hektische "Reparaturen". Außerdem wäre die elegantere Fomulierung ..."ehrenamtliche Beiräte...". Die Betonung der "unentgeltlichen Tätigkeit" ist einfach auffällig, aber für Claus Eppmann sicher ganz wichtig. 

 

Zurück zu der Untersuchung der Nebengeschäfte: Wo also bleibt der unabhängige Revisor, der sich u.a. die Bücher vornimmt und einfach mal prüft, ob es Abrechnungen zwischen Eppmann, der Trägergesellschaft und Mylius Consulting gegeben hat und wie diese genau aussehen. Gab es geldwerte oder indirekte Leistungen an Eppmann, z.B. die Übernahme von Hotelrechnungen, Bewirtungen, Kilometergeld u.ä.?  Gibt es zwischen evtl. Leistungen eine terminliche Nähe zu Beiratssitzungen?

 

Die Behandlung dieser Causa Eppmann entbehrt ganz offensichtlich bisher jeglicher Professionalität. Die Frage, die sich zwangsläufig stellt: Kann man nicht oder will man nicht?

 

GfE wehrt sich gegen Anwürfe der anderen Ratsparteien: "Wir nennen die Fakten!"

 

Die GfE führt in einer aktuellen Presseinformation dazu deutlich aus: "Hartnäckig stärkt man einem Geschäftsführer den Rücken, der bislang hauptsächlich durch Hinhalteparolen, Falschaussagen und sonstige Sprechblasen aufgefallen ist. Fakt ist, dass die GfE sich korrekt verhalten hat und wegen der Nebentätigkeit des Klinik-Geschäftsführers Claus Eppmann die Konsorten der Trägergesellschaft um Prüfung derAngelegenheit aufgefordert hat. Helmut Bongartz hat vermutlich nicht mitbekommen, dass es der Geschäftsführer ist, der Kontakte mit einer privaten Firma in Köln hat und bis vor wenigen Tagen dort noch als Mitglied des Teams und des Beirates aufgeführt wurde. Um es einmal mit den Worten von Helmut Bongartz zu sagen – „da fängt Politik an, unangenehm zu sein!“ Es ist im Übrigen kein Vorwurf der GfE, dass Claus Eppmann dort einer Tätigkeit nachgeht(ging), sondern Fakt!"

 

Wie wird es weitergehen?

 

Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich diese beiden Sachverhalte "Transparenz zur Kostenexplosion Zentralklinik" und die "Causa Eppmann" weiter entwickeln werden.