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Bundesregierung beschließt nationale Wasserstoffstrategie / Niedersachsen mit Projekten vorne dabei

Berlin / Hannover. Neun Milliarden Euro will die Bundesregierung in den Bau von Wasserstoffanlagen investieren. Mit dem Projekt soll Klima und Wirtschaft zugleich geholfen werden. Bei Wasserstofftechnologien soll Deutschland "die Nummer eins in der Welt" werden, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach dem Kabinettsbeschluss einer nationalen Wasserstoffstrategie. Wasserstoff sei "entscheidend für die Dekarbonisierung wichtiger deutscher Kernbranchen wie der Stahl- und Chemieindustrie, aber auch des Verkehrssektors".

 

Niedersachsens Landesregierung kommt beim Ausbau der Wasserstofftechnologie ebenfalls einen großen Schritt voran.  Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) fördert Projekte zur Weiterentwicklung der Schlüsseltechnologie. Es sollen insgesamt bis zu 6,5 Millionen Euro investiert werden.

 

„Grüner Wasserstoff ist ein unverzichtbarer Baustein für die Energiewende und den Klimaschutz", sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Niedersachsen ist mit dieser Ausschreibung Vorreiter bei der Umsetzung der zukunftsweisenden Technologie. Während der Bund heute seine Wasserstoffstrategie vorgestellt hat, starten wir bereits mit konkreten, anwendungsorientierten Projekten. Wichtig ist, dass die Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit den Industriepartnern umgesetzt werden. Damit beschleunigen wir den Innovationsprozess und fördern den schnellen Transfer der Forschungsergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft."

 

Die erste Phase der Ausschreibung „Innovationslabore für Wasserstofftechnologien" startet Anfang Juli. Beteiligt sind fünf Forschungsverbünde, die zunächst für zehn Monate mit insgesamt 500.000 Euro unterstützt werden. Diese Phase soll dazu dienen, die Forschungsansätze tiefergehend auszuarbeiten und die Kooperation zu intensivieren. So entstehen in enger Zusammenarbeit der Fachkonsortien aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und passenden Praxispartnern anwendungsnahe und umsetzbare Ideen für überzeugende Forschungs- und Transferkonzepte. Im Anschluss an diese Konzeptionsphase werden die im Wettbewerb erfolgreichsten Innovationslabore für die dreijährige Umsetzungsphase ausgewählt. Diese werden mit jeweils bis zu 2 Millionen Euro unterstützt.

 

Die geförderten Innovationslabore sollen sich unter dem Dach der vom Energieforschungszentrum Niedersachsen gegründeten „Wissenschaftsallianz Wasserstofftechnologie" vernetzen und kooperieren.

Die neuen Forschungsverbünde bündeln als Innovationslabore zielgerichtet die verschiedenen Kompetenzen der Wasserstofftechnologien und werden die Wasserstoffforschung in Niedersachsen maßgeblich weiterentwickeln und stärken. Zu den in der ersten Phase geförderten Verbünden gehören: 

  • das DLR Institut für Vernetzte Energiesysteme e.V. im Verbund mit der TU Clausthal und dem DLR Institut für Technische Thermodynamik,
  • die Leibniz Universität Hannover (LUH) im Verbund mit der TU Braunschweig, der TU Clausthal, der Jade Hochschule Wilhelmshaven und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), 
  • das CUTEC (Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum) der TU Clausthal im Verbund mit der LUH und dem Institut für Solarenergieforschung (ISFH), 
  • die LUH im Verbund mit der TU Braunschweig, der TU Clausthal, der Universität Oldenburg, dem DLR für Vernetzte Energiesysteme, dem ISFH sowie dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI),
  • die TU  Braunschweig, Institut für Thermodynamik, gemeinsam mit den Instituten für Konstruktionsmechanik und für Verbrennungskraftmaschinen der TU Braunschweig.

Die unabhängige wissenschaftliche Begutachtung wird von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen (WKN) organisiert, die die Begutachtungen durchführt und eine Förderempfehlung ausspricht.

 

Hintergrund Grüner Wasserstoff:  

Um Wasserstoff als Energieträger nutzen zu können, muss Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten werden. Dieser Prozess ist sehr energieintensiv. Umweltschonend und effizient ist die Wasserstofftechnologie daher nur dann wenn man für den Spaltungsprozess (die Elektrolyse) Strom aus erneuerbaren Energie nutzt.