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Frauenwahlrecht und Grundgesetz: Zwei starke und mutige Frauen leihen Straßen in Emden ihren Namen

Emden. Zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts und 70-jährigen Jubiläum des Grundgesetzes hat der Rat der Stadt Emden beschlossen, die Straßen des Baugebietes „Am Steinweg“ nach zwei Persönlichkeiten aus dieser Zeit zu benennen:

 

1. Marie Juchacz (1879 – 1956, Foto) war eine deutsche Sozialreformerin, Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin. Unter ihrer Leitung wurde am 13. Dezember 1919 die Arbeiterwohlfahrt gegründet. Nach der Einführung des passiven Wahlrechts hielt sie am 19. Februar 1919 in der Weimarer Nationalversammlung als erste Frau eine Rede. Darin sagte sie u.a.:  „Wir deutschen Frauen sind dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“

 

2. Dr. Elisabeth Selbert (1896 – 1986) war als Abgeordnete im des Parlamentarischen Rats eine von vier "Mütter des Grundgesetzes". Sie bezeichnete die Festschreibung der Gleichberechtigung im Grundgesetz (Artikel 3, Abs. 2 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“) als „Sternstunde ihres Lebens“.

 

Die feierliche Enthüllung der Straßenschilder am findet am Montag, 7. September 2020, um 12.30 Uhr, im Neubaugebiet „Am Steinweg“, statt.