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Zentralklinik Uthwerdum: Emder zahlen 50% der Klinik, aber Ausstellung der Architektenentwürfe ist nur in Aurich zu besichtigen

 Norden/Aurich/Emden. 16 Architekturbüros aus dem In- wie auch aus dem europäischen Ausland legen Entwürfe für die künftige Zentralklinik in Uthwerdum vor. Zu besichtigen sind die Entwürfe nur in an zwei Tagen - 10. und 11. Oktober - und nur in der Stadthalle in Aurich. Für Emder Bürger, die immerhin 50% der Rechnung bezahlen, obwohl sie nur ein Viertel der Bevölkerung stellen, stellt sich die Frage, warum diese Ausstellung nicht (auch) in Emden zu sehen ist. 

 

Schon bei der Festlegung des Grundstücks in Uthwerdum kam in der Emder Bevölkerung Unmut hoch, da sich die Fahrstrecke nicht nur auf fast 20 Kilometer erhöhte, sondern Emden von allen drei Städten die weiteste Anfahrt hat und Aurich mit knapp 10 Kilometer die mit Abstand geringste. Alfred Schmidt von der Initiative für den Erhalt der lokalen Krankenhäuser sagte damals: „Wir Emder geben unser Krankenhaus samt aller Arbeitsplätze und anhängender Wirtschaft auf und finanzieren mit 50% Aurich ein neues Kreiskrankenhaus. Wie unsinnig und unvernünftig ist das?“

 

Seit heute tagt die Jury, die die Entscheidung über die drei Siegerentwürfe zur Zentralklinik treffen wird. Zu der Jury, die nach europäischem Wettbewerbsrecht hinter verschlossenen Türen tagt, gehören bundesweit tätige Architekten und Landschaftsarchitekten, Vertreter des Niedersächsischen Landesamtes für Bau und Liegenschaften als Förderbehörde, der Oberbürgermeister der Stadt Emden, der Landrat des Landkreises Aurich sowie Vertreter aus den drei Kliniken.

 

Die Grundlage für die Planungen bildete das Raum- und Funktionsprogramm mit 814 Betten und einer Nutzfläche von rund 40.000 Quadratmetern. In den vergangenen Wochen haben externe und klinikinterne Sachverständige die Entwürfe unter verschiedenen Kriterien geprüft. Dazu gehörten Fragen der Betriebsorganisation genauso wie logistische Anforderungen oder Regelungen des Brandschutzes. 

 

Für die Mitarbeiter der drei Kliniken und die Bevölkerung besteht am kommenden Wochenende, 10. und 11. Oktober, die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild vom Siegerkonzept und aller anderen Entwürfe in der Stadthalle Aurich zu machen. Tickets für die Ausstellung können unter www.anevita.de reserviert werden. Aufgrund aktueller Hygienebestimmungen ist eine vorherige Registrierung notwendig. Interessierte Bürger, denen es nicht möglich ist, sich via Internet vorab anzumelden, können dies gerne bei der Unternehmenskommunikation unter 04941 / 941013 erledigen.

 

Die Ausstellung ist an beiden Tagen von jeweils 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Besuchszeit ist für jeden Gast auf 45 Minuten begrenzt.

 

„Damit wird,“ so die Trägergesellschaft, "in diesen Tagen nach der Grundstückssicherung im Mai ein weiterer Meilenstein in den Planungen für die Zentralklinik erreicht. Im Anschluss daran starten die Detailplanungen.“

 

Der Zeitplan sehe vor, den Förderantrag spätestens im Frühjahr 2022 einzureichen. Dieser Antrag werde der nächste entscheidende Schritt auf dem Weg zum Neubau in Uthwerdum sein. Der Förderbescheid vom Land Niedersachsen könnte Ende 2022 vorliegen.