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Ausstellungsort Aurich für Architektenwettbewerb Zentralklinik Uthwerdum wirft weiter Fragen auf

Emden/Norden/Aurich. „Sind die Emder und Norder und die Menschen aus dem Kreis nur Bürger zweiter Klasse?“ meldeten sich nach der OFJ-Meldung zum Architektenwettbewerb Zentralklinik Uthwerdum gestern Leser in der Redaktion und fragten dazu: „Werden die Entwürfe zu der geplanten Zentralklinik Uthwerdum in Emden und in Norden für die Menschen dort nicht zu sehen sein?“

 

Der Hintergrund: Die Auswertung des Architektenwettbewerbs läuft, die Ergebnisse sollen jetzt am Samstag und Sonntag in der Stadthalle Aurich gezeigt werden, von Emden und Norden oder einer anderen Ortschaft  im Ostfriesenländle für eine Ausstellung war bisher nicht die Rede.

 

Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff meldete sich gestern spontan via Facebook und teilte mit: „Selbstverständlich werden die Entwürfe auch in Emden zu sehen sein - ebenfalls online und man darf dann auch fotografieren.“

 

Da stellt sich natürlich die Frage, warum von einem Emder und Norder Termin in keiner der Presseinformationen bis dato die Rede war. So wirkt die Antwort des OB eher wie eine nachgeschobene schnelle Entscheidung, die so nicht vorgesehen war. Eine Anfrage beim Presseamt nach Nennung eines Orts und Termins für die Emder Ausstellung blieb bisher ohne Antwort. Nach der Erklärung des OB in Facebook wirft das die Frage auf: Warum gibt es keine Antwort mit klaren Ortsangaben und Daten?

 

Der Begründer der Initiative zum Erhalt wohnortnaher Krankenhäuser, Alfred Schmidt, sagt dazu: „Wenn es von vornherein festgestanden hätte, dass die Objekte auch in Emden ausgestellt werden sollten, dann hätte die Anevita die Tatsache an sich in jedem Fall und sicher auch Ort und Termin dazu angekündigt. Das war nicht der Fall. So liest sich der FB-Kommentar des OB lediglich als eine Antwort auf Kritik und eine vermutlich nachträgliche Entscheidung.“

 

Eine spannende Orts-Idee lieferte ein anderer Leser: „Warum mietet man keinen Saal in Uthwerdum für die Ausstellung? Dann könnten alle Interessierten  einmal ganz praktisch erfahren, wie zentral die geplante Klinik liegen wird.“

 

Man darf weiter gespannt sein, wann es neue Informationen  zum Thema geben wird.

 

 

Im Zusammenhang mit der Zentralklinik gibt es trotz der jahrelangen öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern offenbar immer noch Wissenslücken. Was sich in Gesprächen zum aktuellen Anlass erschreckenderweise offenbart: Etliche Emder Bürger - auch solche, die in relevanten gesellschaftlichen Funktionen wie Parteien oder Gewerkschaften unterwegs sind -  haben wohl noch nicht verstanden, dass z.B. Emden 50 Prozent der Zentralklinikrechnung bezahlt, aber nur ein Viertel der Einwohner stellt.

 

Ein informierter Facebook-User schrieb zu dem Umstand etwas süffisant: „Eigentlich ist es so: Der Landkreis baut ein Krankenhaus und weil wir Emder es mitnutzen dürfen, zahlen wir mal die Hälfte.

 

Zum Schluss und am Rande sei noch vermerkt, dass die Anevita in ihren Mitteilungen nach wie vor von der „Zentralklinik in Georgsheil“ spricht.  Man sollte das Kind heute doch besser beim Namen nennen: Schließlich hat die Verlegung nach Uthwerdum dazu geführt, dass sich die Wegstrecken deutlich verändert haben: Emder und Norder fahren jetzt jeweils ca. 18 Kilometer zum geplanten Standort, Auricher nur 11 Kilometer.