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Bis zur Realisierung der Zentralklinik: Kliniken bilden Schwerpunkte

Emden. Bis zur geplanten Inbetriebnahme der Zentralklinik Ende 2027 gilt es, die medizinische Leistungsfähigkeit der Kliniken in Aurich, Emden und Norden vor dem Hintergrund der sich weiter verschärfenden gesetzlichen Rahmenbedingungen sicherzustellen. Dies machte Dr. Astrid Gesang, Medizinische Geschäftsführerin der Trägergesellschaft Kliniken Aurich – Emden – Norden, heute vor dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung der Trägergesellschaft deutlich.

 

Dabei stellte Gesang entsprechende Standortentwicklungsperspektiven für die drei Häuser vor. „Im Vordergrund stehen dabei die Aspekte einer qualitätsorientierten Medizin für die Bevölkerung im Landkreis Aurich und der Stadt Emden“, so die Medizinerin. Auf die verloren gegangene Zeit bei den Planungen der Zentralklinik müsse jetzt mit einschneidenden Maßnahmen reagiert werden, um den Anforderungen nach Pflegepersonaluntergrenzen, Mindestmengen an Behandlungen, Qualitätsvorgaben und dem weiter fortschreitenden Fachkräftemangel adäquat gerecht werden zu können, so die Überzeugung der Geschäftsführerin.

 

Ein Perspektivteam der Kliniken – bestehend aus verschiedenen Fach- und Berufsbereichen – hatte dazu Ideen und Konzepte entwickelt, die im Anschluss extern überprüft und bewertet wurden. Darin werden jetzt durch Schwerpunktbildungen von medizinischen Fachbereichen an einzelnen Standorten erste Schritte unternommen, die später im Zentralklinikum mit einer Zentrenbildung komplettiert werden. Dabei wird in Aurich der Schwerpunkt der invasiven Kardiologie (Herzkatheter-Labor) um den Bereich der elektrophysiologischen Untersuchung (EPU) erweitert. Gleichzeitig wird die onkologische Bauchirurgie gestärkt und die Kinder- und Geburtsbereiche werden am Standort Aurich konzentriert.

 

Die Thoraxchirurgie und die Gynäkologie werden zukünftig am Standort in Emden abgebildet. Dort bildet die Pneumologie mit der Thoraxchirurgie einen Lungenschwerpunkt, in den ein Weaningzentrum (Beatmungsentwöhnung) integriert wird. Die beiden Gynäkologien aus Aurich und Emden werden in der Seehafenstadt zu einer Einheit zusammengefasst. Darüber hinaus wird die Neurologie gestärkt und ausgebaut.

 

Gleichzeitig soll in Norden der psychiatrische Schwerpunkt durch den Bereich der Gerontopsychiatrie in Kombination mit einer geriatrischen Abteilung ergänzt werden. Außerdem werden das konservative kardiologische Spektrum (Herzinsuffizienz) sowie das palliative Angebot aufgewertet.

 

Nach den Vorstellungen der medizinischen Geschäftsführung soll mit der Umsetzung nach entsprechenden Beschlüssen durch Kreistag und Stadtrat im kommenden Jahr begonnen werden, soweit dies angesichts der angespannten Pandemie-Situation möglich ist. „Nach den heutigen Beschlussempfehlungen für unsere

 

Standortentwicklungsperspektiven durch den Aufsichtsrat werden wir die konkreten Gespräche mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufnehmen“, so Dr. Gesang, die in diesen Dialog den Betriebsrat eng mit einbindet. Die Medizinische Geschäftsführerin sendete aber bereits klare und für die Belegschaft positive Botschaften: „Wir haben grundsätzlich Bedarf für alle Mitarbeiter.“

 

„Für die Finanzierung von notwendigen Investitionen im Bereich der Medizintechnik sind wir gemeinsam mit Landrat Olaf Meinen und Oberbürgermeister Tim Kruithoff im engen Dialog mit dem Sozialministerium“, ergänzt Claus Eppmann, Sprecher der Geschäftsführung der Trägergesellschaft. Darüber hinaus sei die Zusammenführung der nicht-medizinischen Bereiche der Kliniken weiter fortgeschritten. Die Abteilungen Unternehmenssteuerung/Controlling, IT sowie Buchhaltung und Rechnungswesen, der Haustechnik und des hauswirtschaftlichen Bereiches sind unter jeweils einer Leitung bereits zusammengeführt worden. Die Beschlüsse für die Zusammenführung der Servicegesellschaften wurden entsprechend gefasst und das Projekt zur Umstrukturierung und Standardisierung des Einkaufs läuft.