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Schließung der Kinderklinik: GfE will obligatorische Zustimmung des Landes sehen

Emden. Die heftigen Böen um die Schließung der Kinderklinik im Emder Krankenhaus haben sich noch lange nicht gelegt. Aufgebrachte Bürger äußern deutlich ihren Unmut zu dieser Entscheidung und die GfE geht als einzige Ratspartei kritisch mit diesem Thema um. Bei Grünen, FDP, CDU und SPD herrscht dagegen wie schon so häufig unisono zustimmendes Schweigen. 

 

Nun verlangt die GfE, dass Oberbürgermeister Tim Kruithoff die Karten auf den Tisch legt: Er hatte in einem Schreiben am 11. Juni an die GfE dargelegt, „eine dauerhafte Schließung der Pädiatrie in Emden wäre im Übrigen eine Entscheidung, die nicht ohne Beteiligung des Landes Niedersachsen getroffen werden kann.“

 

Die GfE verlangt nun die Vorlage eines Schreibens des Landes Niedersachsen, dass belegt, dass das Land der dauerhaften Schließung der Pädiatrie am Hans-Susemihl-Krankenhaus in Emden und der Verlegung der Kinderklinik nach Aurich zugestimmt hat. GfE-Sprecher Rainer Mettin: „Da jetzt eine Entscheidung vorliegt, die Pädiatrie ganz zu schließen, bitten wir Sie, uns umgehend die schriftliche Mitteilung und Zustimmung des Landes Niedersachsen zu dieser Maßnahme vorzulegen.“

 

Mettin weiter: „Da wir bis heute zu diesem Vorgang vom OB Kruithoff keine Antwort auf unser Schreiben vom 23.11. 2020 erhalten haben, gehen wir davon aus, dass ein zustimmendes Schreiben des Land Niedersachsen zur Schließung der Emder Kinderklinik hinsichtlich der Wiedereröffnung der Kinderstation nicht vorliegt.“

 

Ob es damit zu einer Abstimmung bei der Ratssitzung am 16./17. Dezember zur Schließung kommen könne, stellt die GfE ernsthaft in Frage. Eine Entscheidung FÜR den Erhalt der Geburtenstation könne dagegen ohne das Land Niedersachsen abgestimmt werden. 

 

Die GfE ist entsetzt, wie die Trägergesellschaft die von ihr beschlossenen Maßnahmen in Bezug auf die Kinderklinik und der Geburtenstation verharmlose. Bereits die „Wochenend-Schließungen“ der Emder Geburtenstation im vergangenen Jahr, seien im Ärzteblatt auf harsche Kritik gestoßen. Dort wurde unter anderem gefragt, was wäre, wenn im Notfall eine EPH-Gestose (Schwangerschaftsvergiftung), eine Eklampsie (Schwangerschaftserkrankung), eine Steißlage, Blutungen, ein Geburtshindernis oder kindliche Probleme bestünden?  Die Schließung der Geburtenabteilung sei z. B. für eine Notsectio (Notkaiserschnitt) vollkommen inakzeptabel!

 

Die Entfernung zwischen Emden und Aurich/UEK via B210 und A31 betrage, so die GfE,  im günstigsten Fall ohne Staus 31 Minuten bei 29.5 km, via B210 32 Minuten bei 26.8 km, via L1 33 Minuten bei 27.6 km.

 

Inzwischen gibt es eine Petition für den Erhalt der Geburten- und Kinderstation. Zur Zeit der Fertigstellung dieses Schreibens haben sich bereits weit über 620 Emderinnen und Emder für den Erhalt der Stationen ausgesprochen. Zusätzlich gibt es mehr als 280 Bürger aus der Krummhörn, Borkum und dem anderen Umland Emdens, die sich auf der Petitionsseite ebenfalls für den Erhalt der Stationen ausgesprochen haben.

 

Die GfE plädiert an den übrigen Emder Rat, sich  der Petition anzuschließen und sich für die Emder Frauen - Mütter und Kinder einzusetzen. Die Wirtschaftlichkeit könne und dürfe nicht über Menschlichkeit und Versorgungsängste der Emder Bürger gestellt werden!

 

Petition, erstellt von Ingo Weber, ehemaliger OB-Kandidat 2019

https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-der-geburten-und-kinderstation-im-emder-hans-susemihl-krankenhaus?fbclid=IwAR1uYAKpR-hNoOF1aD3AGeazvNqlA5XH_LIA74BV6Ndq_FEroRIEe9VotvY