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Impfskandal Trägergesellschaft: AR stimmt gegen seine Vorsitzenden - Wer hat wie gestimmt?

Emden/LK Aurich. Der Geschäftsführer der Kliniken-Trägergesellschaft Emden, Aurich, Norden, Claus Eppmann, muss das Leben einer Katze haben - er fällt immer wieder auf die Füße. Im aktuellen Impfskandal - der Geschäftsführer hatte entgegen aller Regeln bereits im Januar die Erst- und Folgeimpfung erhalten - hat der Aufsichtsrat Eppmann gestern einmal mehr das Vertrauen ausgesprochen. 

 

Die Entscheidung fiel denkbar knapp - und - gegen die Stimmen des Vorsitzenden Landrat  Olaf Meinen (Aurich) und seines Stellvertreters, Oberbürgermeister Tim Kruithoff (Emden). Das Vertrauensverhältnis sei empfindlich gestört, hatten diese mitteilen lassen. Daher sollte ein externer Gutachter den Sachverhalt prüfen. Der Geschäftsführer sollte während dieser Zeit sein Amt ruhen lassen. Eppmann wiederum soll in der Sitzung des Aufsichtsrates sehr deutlich erklärt haben, er werde sein Amt nicht niederlegen.

 

Am Rande sei bemerkt: Eine externe Begutachtung wäre schon das Mittel der Wahl gewesen, als es kürzlich um die Nebentätigkeiten des Claus Eppmann bei einer Personalberatung für Krankenhäuser ging. Aber auch damals reichte dem Aufsichtsrat eine persönliche Ehrenerklärung Eppmanns.

 

Wer wie gestimmt hat!

 

Meinen und Kruithoff sind mit ihrem Antrag gescheitert. Wie die Redaktion des  Ostfriesen-Journals aus gut informierten Kreisen erfuhr, habe sich das  Aufsichtsratsmitglied Gregor Strelow aus den Reihen des Emder Rates aus der SPD-Fraktion offenbar bereits vorher gegen der Vorschlag der AR-Vorsitzenden ausgesprochen und soll dann entsprechend gestimmt haben. Damit wäre er auch seinem Oberbürgermeister in den Rücken gefallen. 

 

Weiter sickerte folgendes Abstimmungsverhalten in der Krisensitzung des Aufsichtsrates durch: 

 

Für das Gutachten stimmten (natürlich) der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff, der Landrat des Landkreises Aurich, Olaf Meinen. Dieser Vorschlag soll von der Emder Grünen-Abgeordnete Andrea Marsal sowie von der AKSBG-Abgeordnete Hilde Ubben aus dem Landkreis unterstützt worden sein.

 

Zu den übrig gebliebenen sechs Aufsichtsratmitgliedern (zwei waren nicht anwesend) gehören auch Betriebsratsmitglieder aus Emden und der UEK. Brisant daran könnte sein, dass auch Betriebsratsangehörige der UEK bereits geimpft worden sein sollen.

 

Ebenfalls brisant ist der Hinweis, dass die Impfbeauftragte der UEK, Ida Bienhoff-Topp samt ihrer Tochter (die ab und an in der UEK jobbt) abseits aller Regeln bereits geimpft worden sein sollen. Wird es Konsequenzen geben?

 

Jetzt ist es an der Zeit, die Impflisten einzusehen. Sollte sich herausstellen, dass Mitglieder des Aufsichtsrats zu dieser Gruppe der bereits geimpften Personen zählen, wäre die Frage zu stellen, ob hier nicht Befangenheit vorgelegen hat und die Abstimmung des Aufsichtsrates in dieser Krisensitzung als ungültig erklärt werden müsste.

 

Sollte das letzte Wort zu dieser Affäre nicht der Emder Rat und der Kreistag des Landkreises Aurich haben? Oberbürgermeister und Landrat sind gefragt, nachzuhaken und Klarheit zu schaffen!

 

Land Niedersachsen: Verhalten verwerflich und unsolidarisch

 

Das Land Niedersachsen zumindest hat das Vordrängeln beim Impfen von Geschäftsführern und Verwaltungsleitern in Kliniken des Landes als „verwerflich und unsolidarisch“ bezeichnet.