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Aktionsbündnis Wohnortnahe Krankenhäuser: Kündigung Eppmans zwingend erforderlich / Ihm das Vertrauen auszusprechen, ist der Skandal des Skandals

Emden, Aurich, Norden. Das „Aktionsbündnis für den Erhalt wohnortnaher Krankenhäuser“ nimmt zum Impfskandal „Eppmann und andere“ wie folgt Stellung:

 

«Die Entscheidung des Aufsichtsrates der Trägergesellschaft Zentralklinikum ihrem Geschäftsführer, Claus Eppmann, in der Impf-Affäre ohne Konsequenzen weiter das Vertrauen auszusprechen, ist der Skandal des Skandals. Die Entscheidung sein Verhalten zu missbilligen, ihm aber dennoch das Vertrauen auszusprechen, ist nicht nachvollziehbar und paradox. 

 

Die egoistische Impfaktion Eppmanns sowie weiterer Personen und der in Folge ausgeübte Druck auf  Klinikmitarbeiter zum Stillschweigen sind ein massiver Vertrauensbruch: gegenüber dem Landkreis als Klinikträger, dem Aufsichtsrat, dem Klinikpersonal und allen Bürgern. Noch skandalöser istdass sich der Aufsichtsrat sogar gegen eine Aufklärung des Vorfalls ausspricht. Viele Fragen sind ungeklärt, insbesondere wie viele Personen noch unberechtigt geimpft wurden. Die Behauptung der medizinischen Geschäftsführerin, Frau Dr. Gesang, man habe trotz krampfhafter Suche keine anderen Mitarbeiter in der Klinik zur spontanen Impfung gefunden, ist absolut unglaubwürdig. 

 

In der Belegschaft des Klinikpersonals brodelt es nach Informationen des Aktionsbündnisses gewaltig. Doch die Vertreterin des Betriebsrates, Gaby Goldenstein, will keine Stellungnahme abgeben, und dies auch nicht begründenStatt für die Beschäftigten zu sprechen, duckt auch der Betriebsrat sich weg. Diese schädliche Vasallentreue zur Geschäftsführung hatte sich schon zu Beginn der Zentralklinikplanung gezeigt, als der Betriebsrat voreilig und kampflos 500 Arbeitsplätze der Wegrationalisierung Preis gab. Das derzeit ohnehin schon gebeutelte Personal kann nun dieser Geschäftsführung, dem Betriebsrat und Teilen der Politik erst recht nicht mehr trauen.

 

Vor diesem Hintergrund sind besonders die Äußerungen des CDU-Kreistagsabgeordneten und Aufsichtsratsmitgliedes Hilko Gerdes unfassbar. Seine Rechtfertigung,  Eppmanns Verhalten sei rechtlich in Ordnung, nur allenfalls moralisch zu beanstanden, ist ein Schlag ins Gesicht der Bürger und des Personals. Wenn moralisch verwerfliches Handeln des Geschäftsführers für den Aufsichtsrat kein Anlass zur Aufklärung oder zur Kündigung ist, steht künftig noch Schlimmeres zu befürchten.

 

Ausgerechnet eine Führungsperson, die für rund 2.400 Mitarbeiter und die klinische Versorgung von 240.000 Bürgern verantwortlich ist, soll sich egoistisch und unmoralisch verhalten dürfen? Wer so denkt, sollte den Aufsichtsrat verlassen. Stattdessen kritisiert Gerdes ganz unverschämt nun auch noch die öffentliche Stellungnahme von Landrat Olaf Meinen und Oberbürgermeister Tim Kruithoff als Missachtung des Aufsichtsrates. Dabei wollten Meinen und Kruithoff mit einer Untersuchung für Aufklärung und Transparenz sorgen. Sie bezeichnen völlig zu Recht das Verhältnis zu Eppmann als erheblich gestört. Gerdes würde beiden dafür wohl am liebsten einen Maulkorb verpassen.

 

Es ist ein bedrohliches Menetekel für die Geschicke einer nftigen Zentralklinik, wenn die Hauptverwaltungsbeamten aus Emden und Aurich schon beim Versuch einer Aufklärung vom Aufsichtsrat überstimmt werden. Damit ist das Vertrauen in die politische Kontrolle des Aufsichtsrates zerstört. Die Impf-Affäre Eppmann ist ein weiterer Tiefpunkt der schon bisher miserabel kommunizierten Zentralklinikplanung. Der Ruf der Zentralklinikplaner ist vollends ramponiert. Sie vertrauen sich untereinander nicht mehr.

 

Das Aktionsbündnis fordert daher den Landrat Meinen und den Auricher Kreistag sowie den Emder OB Kruithoff und den Rat der Stadt Emden auf, als Gesellschafter  der Trägergesellschaft Zentralklinikum eine lückenlose Aufklärung der Impf-Affäre zu veranlassen. 

 

Die Kündigung des Geschäftsführers Eppmann ist aufgrund seines eingestandenen Fehlverhaltensschon jetzt zwingend erforderlich. Andernfalls droht auch der neuen Zentralklinik - wie schon beim Abwirtschaften der jetzigen Krankenhäuser - Gefahr durch eine schlechte Führung aufgrundmangelnder Kooperation der Verantwortlichen. Für die letztlich leid- und kostentragenden Bürger ist das eine höchst beunruhigende Entwicklung.»